Raspberry Pi Kamera installieren

Einführung

Nach Abschluss dieser Anleitung weißt du, wie du deine Raspberry Pi Kamera anschließen, einrichten, testen und ansteuern kannst. Eine Bibliothek aus zahlreichen Parametern und Befehlen, mit der du deine Kamera über den Raspberry Pi steuern kannst und eine umfangreiches Datenblatt bieten dir einen komfortablen Einstieg in die Funktionsweise der Raspberry Pi Kamera und den zugehörigen Infrarot LEDs für die Nachtsichtfunktion.

Du hast noch keine Kamera? Dann schau schnell hier vorbei und schlag noch zu!

Los geht’s!

 

Voraussetzung

Was brauchst du? Vorausgesetzt für den Anschluss deiner Raspberry Kamera sind folgende Dinge:

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  1. Raspberry Pi (mit allen Modellen kompatibel, welche eine Kamera-Schnittstelle besitzen). Für den Anschluss an einen Raspberry Pi Zero benötigst du jedoch ein zusätzliches Flachbandkabel, da der Anschluss-Sockel ein anderer ist.
  2. Eine Micro SD-Karte (HC) mit mindestens 8GB Speicherkapazität, auf welcher ein bootfähiges Betriebssystem installiert ist. Diese Anleitung basiert auf dem Betriebssystem Raspbian.
  3. Ein Netzteil mit Micro-USB Anschluss – Output 5,0 V DC (‚=‘, Gleichspannung); mindestens 2A
  4. Und für die Bedienung, einen Bildschirm mit HDMI-Eingang, ein passendes Kabel, sowie eine USB Tastatur und ggf. Maus. Es sei denn, du möchtest mit deinem Computer per Remote Display auf den Raspberry Pi zugreifen.

Lieferumfang

Der Paketinhalt der Electreeks Raspberry Pi Kamera kommt sicher verpackt in Antistatik-Folie und einer schmucken Faltschachtel, die du gern weiter verwenden kannst. Zum Schutz der Kamera-Linse ist eine kleine Abdeckkappe mit dabei.

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Kamera-Modul

Das Kamera-Modul ist Hauptbestandteil. Der Fotosensor verbirgt sich hinter einem einstellbaren Fokus und einem Objektiv mit einer 75,7° Linse bzw. einer 130° Linse bei dem Modul mit Weitwinkelobjektiv (Fisheye).

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2 Infrarot-LEDs

Die mitgelieferten IR-LED dienen für Nachtaufnahmen und können optional angeschlossen werden. Im Dunkeln liefern Sie dir eine großartige einstellbare Ausleuchtung mit infraroten-Bereich, wodurch das Modul als perfekte Raspberry Pi Nachtsichtkamera fungiert.

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Flachbandkabel 15 cm

Das Flexkabel (Typ: AWM 20624 80C 60V VW-1) ist 15cm lang und perfekt für kleine Projekte und geeignet zum Anschluss von Kameras und verschiedenen Displays. Wir bieten dir zusätzlich Flachbandkabel in verschiedener Länge. Schau in den Produkten nach.

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4 Schrauben und Muttern

Die vier metrischen M2 Schrauben und Muttern werden zur Montage der Infrarot-LEDs an das Kamera Modul benötigt. An den Löchern befinden sich die Kontaktflächen. Zum Festschrauben eignet sich am besten ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher.

Aufbau

Kamera-Modul

Der in der Kamera verbaute OV5647 CMOS (BSI) Fotosensor hat eine Auflösung von 5 Megapixel und kann Videos in Full-HD-Qualität (1080p) bei 30 fps aufnehmen, sowie Fotos mit einer Auflösung von 2592 x 1944 Pixel. Er besitzt keinen Infrarot-Sperrfilter, was es der Kamera ermöglicht, Nachtaufnahmen zu tätigen. Der Fokus ist manuell einstellbar und kann so an die jeweilige Entfernung angepasst werden.

An den vier Ecken der Platine befinden sich auf der Vorder- und Rückseite Kontaktflächen sowie vier Löcher. Diese dienen zur Montage der Infrarot-LED und gleichzeitig zur Spannungsversorgung dieser.

Der Anschluss an den Raspberry Pi erfolgt über ein FFC Flachbandkabel AWM 20624 80C 60V VW-1. Der Anschlusssockel hierfür befindet sich unterhalb des Objektivs.

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Standardobjektiv und Weitwinkelobjektiv

Aktuell sind zwei verschiedene Electreeks Raspberry Pi Kamera Module erhältlich. Einmal mit einem 75,7° (d) Standardobjektiv und einmal mit 130° (d) Weitwinkelobjektiv (fisheye) im Vollbild-Format. Das Standardobjektiv entspricht ungefähr dem Blickfeld des Menschen, wobei das Fischaugen-Objektiv durch die 130° Weitwinkel-Linse und der verkürzten Brennweite ein erweitertes Sichtfeld bietet.

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Infrarot-LED-Platinen

Auch wenn die Infrarot-LED-Platinen, welche die Nachtsicht überhaupt erst ermöglichen, recht unscheinbar aussehen, enthalten sie doch viele funktionale Bauteile. Diese siehst du im Bild darunter eingekreist und nummeriert. Die Infrarot LED (2) ist das Herzstück der Platine. Diese sendet infrarotes Licht in einer Wellenlänge zwischen 845 und 855 Nanometern im elektromagnetischen Spektrum aus. Da diese Wellenlänge knapp am sichtbaren Licht angrenzt, sieht man noch ein rotes schimmern. Aber der Großteil wird im nicht sichtbaren infraroten Bereich ausgestrahlt. Darüber ist eine Streulinse (1) gesteckt, welche dafür sorgt, dass das Licht der LED gut im Raum verteilt wird. Damit kann die Kamera eine gleichmäßig beleuchtete Nachtaufnahme machen.

Die LEDs passen sich durch den integrierten Fotowiderstand (3) automatisch den Lichtverhältnissen an. Obendrein kannst du die Intensität über ein kleines Potentiometer (4) einstellen bzw. die LEDs abschalten, falls du sie gerade nicht benötigst.

Das Modul selbst wird mit 3,3 V direkt vom Kamera-Modul versorgt. Das ist möglich, da sich an den Schraubverbindungen Goldkontakte (5) für die Energieübertragung befinden. Da diese auf Vorder- und Rückseite aufgetragen sind, spielt es keine Rolle, ob die LED-Platine oder das Kamera-Modul oben liegt. Was du vermeiden solltest, ist die IR-LED-Platine nach hinten abstrahlend zu montieren. Davon abgesehen, dass es nicht wirklich einen Nutzen hätte, würdest du damit die LED zerstören, da diese nicht Verpolungssicher ist. Die Stromaufnahme liegt ca. zwischen 200mA und 900mA.

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Montage und Installation

Kommen wir nun zum spannenden Teil dieses Kapitels. Wie kann ich meine Raspberry Pi Kamera installieren? Das ist in der Tat nicht sonderlich schwer. Als Erstes solltest du dich entscheiden, wo du deine Kamera einsetzen möchtest. Willst du sie nur im Hellen betreiben? Dann empfehlen wir dir, die LED-Platinen vorerst nicht zu installieren. Diese strahlen dauerhaft infrarotes Licht ab und beeinflussen so die Bildfarbe stärker. Du kannst die LEDs aber auch nach der Montage über die Potentiometer abschalten. Das liegt ganz in deinem Ermessen.

Ein Hinweis zu Beginn: Führe die Arbeiten stets im spannungsfreien Zustand durch. Trenne deinen Raspberry Pi also vorher von der Stromversorgung. Achte ebenfalls darauf, dass du dich nicht an den Bauteilen statisch entlädst. Im ungünstigsten Fall kann das zu einem Defekt führen. Berühre also vorher am Besten einfach einen anderen metallischen geerdeten Gegenstand, um sicher zu gehen. Ein Heizkörper eignet sich immer sehr gut.

Anbringen der Infrarot-LED-Platinen:

    • Befestige die Infrarot-LED-Platine mithilfe der Schrauben und Muttern links und rechts an dem Raspberry Pi Kamera-Modul, sodass die Infrarot-Scheinwerfer in die gleiche Richtung zeigen, wie die Kameralinse. Welche der Platinen du links oder rechts anbringst ist egal. Sie sind komplett baugleich. Am besten eignet sich für die Montage ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher und ruhige Finger.
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Anschluss des 15 poligen FFC Flachband-Kabels:

    • Um das Flexkabel an der Kamera zu befestigen, heb als Erstes den schwarzen Steg am Anschlusssockel unterhalb der Kameralinse an.
    • Steck dann das Flachband-Kabel in die dafür vorgesehene Vorrichtung und drück den Steg wieder nach unten, so wird es gespannt.
    • Achte darauf, dass das Kabel vollständig eingesteckt ist und dessen Kontakte richtig herum auf den Kontakten des Anschlusssockels am Kameramodul liegen.

Anschluss des 15 poligen FFC Flachband-Kabels:

    • Um das Flexkabel an der Kamera zu befestigen, heb als Erstes den schwarzen Steg am Anschlusssockel unterhalb der Kameralinse an.
    • Steck dann das Flachband-Kabel in die dafür vorgesehene Vorrichtung und drück den Steg wieder nach unten, so wird es gespannt.
    • Achte darauf, dass das Kabel vollständig eingesteckt ist und dessen Kontakte richtig herum auf den Kontakten des Anschlusssockels am Kameramodul liegen.
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Anschluss an deinen Raspberry Pi:

    • Steck das Kabel an den vorgesehenen Camera Connector (CSI) am Raspberry Pi. Dieser befindet sich bei den aktuellen Modellen zwischen dem HDMI- und dem Audio-Anschluss (Beim RPi Zero befindet er sich an der Stirnseite. Beachte aber, dass du hierfür ein anderes Kabel benötigst). Heb auch hier den Steg am Anschlusssockel vorher an und achte darauf, dass du das Flexkabel richtig einsteckst. Bitte verwechsle ihn nicht mit dem Anschluss-Slot für das Display. Dieser ist genau baugleich. Die beiden Ports sind in der Regel auf dem Raspberry Pi beschriftet.
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Inbetriebnahme

Zu guter letzt geht es darum, die Raspberry Pi Kamera am RPi einzurichten. Auch das ist keine große Sache und schnell erledigt.

Raspberry Pi Kamera einrichten:

Starte das Betriebssystem Raspbian. Öffne das LXTerminal im oberen Menüband und gib in die Konsole den Befehl sudo raspi-config ein. Es öffnet sich das Konfigurationsmenü. Wähle dort den Punkt 5 „Interfacing Options“. Unter dem Punkt P1 kannst du nun deine Kamera aktivieren, indem du die Frage „Would you like the camera interface to be enabled?“ bestätigst. Das war’s schon.

raspberry-pi-kamera-konfigurieren-raspi-cam-config

Beachte, dass in älteren Softwareversionen von Raspbian die Navigation des Konfigurationsmenü etwas davon abweichen kann.

Optional kannst du das Kamera-Setup auch im GUI (Grafisch) basierten Konfigurationsmenü einschalten. Dieses findest du im Startmenü, unter Einstellungen im Menüpunkt Raspberry-Pi-Konfiguration. Unter dem Reiter Schnittstellen musst du dann das Optionsfeld „Kamera“ aktivieren. Ist dein Raspberry Pi auf Englisch eingestellt, ist die Navigation folgende: Start-Button – Preferences – Raspberry Pi Configuration – Interfaces – Camera – Enabled.

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raspberry-pi-kamera-einschalten-installieren-konfigurieren-rpi-cam-config-setup

Die Einstellung erfordert in jeder Vorgehensweise einen Neustart des Pi’s.

Raspberry Pi Kamera testen:

Um zu testen, ob alles geklappt hat, wechsle zurück ins LXTerminal und gib den Befehl vcgencmd get_camera ein. Damit prüfst du, ob die Kamera erstens richtig angeschlossen wurde (detected) und zweitens ob dein Raspberry Pi Computer die Kamera unterstützt sowie die Schnittstelle in den Konfigurationen, wie eben beschrieben aktiviert wurde (supported).

  • Wird supported=1 und detected=1 ausgegeben, ist die Kamera richtig eingerichtet und angeschlossen.
  • Bei supported=0: Softwareversion des Pi überprüfen und gegebenenfalls update durchführen. Prüfen, ob du die Kamera richtig konfiguriert hast.
  • Bei detected=0: Die Kamera ist nicht richtig angeschlossen, oder es besteht durch Verschmutzung, Beschädigung etc. kein voller Kontakt zur Kamera.

Wird supported=0 angezeigt, wird in der Regel auch die Kamera nicht erkannt, also detected ebenfalls 0 ausgegeben. Das ist ein klares Anzeichen dafür, dass die Kamera-Schnittstelle nicht eingerichtet ist.

Nun ist es an der Zeit, uns endlich ein Bild ausgeben zu lassen. Der Befehl raspistill -f sollte hierfür zu Beginn ausreichen.

Er gibt dir für Fünf Sekunden eine Vorschau im Vollbildformat 4:3 aus. Sollte das Bild etwas unscharf sein, kannst du es durch Drehen des Fokus am Objektiv einstellen.

Möchtest du das Vorschaubild länger ausgeben, kannst du mit dem Zusatz -t und einem Wert in Millisekunden (ohne Einheit) die Ausgabelänge ändern. Bsp: raspistill -f -t 20000 gibt das Vorschaubild für 20 Sekunden aus.

  1. Anbringen der Infrarot-LED-Platinen:
    • Befestige die Infrarot-LED-Platine mithilfe der Schrauben und Muttern links und rechts an dem Raspberry Pi Kamera-Modul, sodass die Infrarot-Scheinwerfer in die gleiche Richtung zeigen, wie die Kameralinse. Welche der Platinen du links oder rechts anbringst ist egal. Sie sind komplett baugleich. Am besten eignet sich für die Montage ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher und ruhige Finger.
  2. Anschluss des 15 poligen FFC Flachband-Kabels:
    • Um das Flexkabel an der Kamera zu befestigen, hebe als Erstes den schwarzen Steg am Anschlusssockel unterhalb der Kameralinse an.
    • Stecke dann das Flachband-Kabel in die dafür vorgesehene Vorrichtung und drücke den Steg wieder nach unten, so wird es gespannt.
    • Achte darauf, dass das Kabel vollständig eingesteckt ist und dessen Kontakte richtig herum auf den Kontakten des Anschlusssockels am Kameramodul liegen.
  3. Anschluss an deinen Raspberry Pi:
    • Stecke das Kabel an den vorgesehenen Camera Connector (CSI) am Raspberry Pi. Dieser befindet sich bei den aktuellen Modellen zwischen dem HDMI- und dem Audio-Anschluss (Beim RPi Zero befindet er sich an der Stirnseite. Beachte aber, dass du hierfür ein anderes Kabel benötigst). Hebe auch hier den Steg am Anschlusssteg vorher an und achte darauf, dass du das Flexkabel richtig einsteckst. Bitte verwechsele ihn nicht mit dem Steckslot für das Display. Dieser ist genau baugleich. Die beiden Boards sind auf dem Raspberry Pi beschriftet.

Raspberry Pi Kamera ansteuern

In dem aufgeführten Akkordeon-Menü findest du unzählige Befehle, mit denen die Raspberry Pi Kamera ansteuern kannst. Darunter zählen Einstellungen zur Bild- und Videoaufnahme und verschiedene Filter. Mit den einleitenden Kommandos „raspistill“ für Bildaufnahme und „raspivid“ für Videoaufnahme definierst du, als was die Kamera gerade fungieren soll. Mit den Parametern wie zum Beispiel „-o“ für Speicherort, „-br xxx“ für Helligkeit oder „- -contrast xxx“ für Kontrasteinstellungen, definierst du die zusätzlichen Aufnahmeeinstellungen. Die Parameter können entweder in einer Kurzschreibweise mit einem Bindestrich oder in einer Langversion mit zwei angeführten Bindestrichen eingegeben werden: „-br xxx“ oder „- -brightness xxx“. Die Kurzschreibweise lässt sich schneller eingeben, wobei die Langschreibweise zu Gunsten der Lesbarkeit geht. Gerade in großen Programmen ist es nützlich zu sehen, was die Kamera genau tun soll. Im Endeffekt ist es jedoch Geschmacksache des Programmierers.

Viele der Parameter lassen sich in einem Kommando zusammenfassen: Wie zum Beispiel.

Zum Aufbau des Akkordeon-Menüs:

Im Titel steht als erstes die Beschreibung des Parameters. In der unteren Zeile findest du dann den Code, der hierfür eingegeben werden kann.

Zu Beginn steht das Kommando. Wenn „raspistill || raspivid … “ aufgeführt ist, kannst du den Parameter beide Kommandos verwenden. Ist nur eines der beiden aufgeführt, funktioniert der Parameter auch nur für diesen. Danach folgt der Parameter in Kurz- und Langschreibweise, welche auch mit einem „||“* getrennt sind. Viele Parameter verlangen noch einen Wert bzw. einen Wertebereich, der dahinter beschrieben wird.

 

Im Inhaltsbereich findest du dann die jeweilige Beschreibung des Parameters.Bei vielen ist ein Referenzbild mit der jeweiligen Einstellung abgebildet, damit du bereits im Vornherein eine Vorstellung darüber bekommst.

 

*Das || dient nur als optische Trennung und wird im Befehl nicht mitgeschrieben. 

Parameter für raspistill und raspivid

Hilfe
〉raspistill || raspivid -? || --help

Mit dem Hilfe-Befehl bekommst du eine Auflistung aller möglichen Parameter für das jeweils eingegebene Kommando, sowie eine Definition des möglichen Wertebereichs.

detaillierte Aufnahmeinformationen
> raspistill || raspivid -v || - -verbose

Implementierst du diesen Parameter in deinen Code, gibt das System eine genaue und detaillierte Auflistung der Aufnahmeparameter und das Processing als Protokoll zurück. Gibst du den Parameter alleinstehend aus, werden entsprechend alle Defaultwerte ausgegeben.

Aufnahmen speichern und ablegen (Speicherpfad + Dateiname + Dateiformat)
〉raspistill || raspivid -o /ordner/bild.jpg (Speicherort/Dateiname.Dateiformat) || --output /ordner/bild.jpg (Speicherort/Dateiname.Dateiformat)

Mit diesem Parameter kannst du den Speicherort und den Dateinamen für dein Bild bzw. dein Video festlegen. Wird dieser Parameter nicht eingegeben, wird nichts gespeichert. Bei Bildern kannst du ein abweichendes Dateiformat festlegen. Folgende Dateiendungen stehen zur Verfügung, welche das System automatisch konvertiert:  .jpg, .bmp, .gif und .png. Standard ist immer .jpg. Für Videos wird nur das .h264-Format unterstützt. Ein entsprechender Befehl kann wie folgt aussehen: raspistill -o Bilder/Bild1.png. Das Standardverzeichnis ist /home/pi/. Ordner erstellt das Programm nicht automatisch. Der Speicherpfad muss also bereits vorhanden sein. Werden Dateien mit der gleichen Bezeichnung gespeichert, wird die bestehende ersetzt. Bei Foto- oder Videoreihen, welche abgespeichert werden sollen, kann eine automatische Nummerierung durch folgenden Suffix geschehen: %04d. Der Zahlenwert steht für die Anzahl der Nullen. raspistill -tl 1000 -t 10000 -o Bilder/Bildreihe%02d.jpg würde im Intervall von einer Sekunde folgende 11 Bilder ausgeben: Bildreihe00.jpg, Bildreihe01.jpg, Bildreihe02.jpg … Bildreihe10.jpg.

Timer〉raspistill || raspivid -t x (in ms) || --timeout x (in ms)

Der Timeout-Parameter hat für die beiden Kommandos eine unterschiedliche Funktion. Bei raspistill sorgt der Parameter für eine Aufnahmeverzögerung von x Millisekunden (Bildtimer). Bei raspivid wird darüber die Aufnahmelänge definiert. In beiden Fällen wird damit die Länge des Vorschaubildes eingestellt. Der Eingabewert ist stets in Millisekunden. Möchtest du jetzt beispielsweise ein fünfminütiges Video aufnehmen, wäre der Befehl folgender: raspivid -t 300000 -o Videos/Kurzfilm.h264. Der Standardwert liegt immer bei 5 Sekunden.

Bildvorschau
〉raspistill || raspivid -p x,y,w,h || --preview x,y,w,h

Erzeugt eine Bildvorschau in einer festgelegten Fenstergröße und Bildschirmposition. Mit den Parametern x und y gibst du die Position der Bildvorschau auf dem Bildschirm in Pixeln vor, wobei der obere linke Bildrand die Koordinaten 0, 0 sind. Die Parameter w (width – Weite) und h (height – Höhe) geben die Größe der Bildvorschau in Pixeln an. Das Standardformat für Fotos sind 4:3, für Videos 16:9. Gibst du eine Bildgröße an, die von diesen Formaten abweicht, wird das Bild so beschnitten, dass es in den Rahmen passt. Ein Beispiel kann sein: raspistill -p 100,50,1024,512. Das Bild ist 100 px vom linken Rand und 50 Pixel vom oberen Rand entfernt. Die angezeigte Vorschau ist 1024 px in der Bildweite und 512 px in der Bildhöhe. Das Format ist also 2:1. Das bedeutet, dass das Bild oben und unten abgeschnitten wird.  

Bildvorschau-Vollbild
〉raspistill || raspivid -f || --fullscreen

Nutzt die komplette Bildschirmhöhe und skaliert jeweils die Bildschirmbreite bzw. umgekehrt. Hier gelten wieder die Standardformate für raspistill in 4:3 und raspivid 16:9. Eine Eingabe zusätzlicher Werte ist nicht erforderlich. Der Fullscreen ist bereits als Default-Parameter hinterlegt.

Bildbreite
〉raspistill || raspivid -w x (in px) || --width x (in px)

Verändert die Breite des gespeicherten Bildes oder Videos in Pixel. Das ist nützlich, wenn du die Dateien nicht in der vollen Auflösung benötigst. Es macht es durchaus Sinn, eine kleinere Auflösung zu wählen, um Speicherplatz zu sparen. Die Vorschau des Bildes bei raspistill wird trotzdem in voller Auflösung ausgegeben. Bei raspivid wird die Vorschau hochskaliert.

Bildhöhe
〉raspistill || raspivid -h x (in px) || --height x (in px)

Verändert die Höhe des gespeicherten Bildes oder Videos in Pixel. Das ist nützlich, wenn du die Dateien nicht in der vollen Auflösung benötigst. Es macht es durchaus Sinn, eine kleinere Auflösung zu wählen, um Speicherplatz zu sparen. Die Vorschau des Bildes bei raspistill wird trotzdem in voller Auflösung ausgegeben. Bei raspivid wird die Vorschau hochskaliert.

Bilddrehung〉raspistill || raspivid -rot x (0,90,180,270 in Grad) || --rotation x (0,90,180,270 in Grad)

Mit diesem Befehl kannst du das Bild drehen. Das ist geeignet für Bildkorrekturen, sollte deine Kamera abweichend von der Standardposition betrieben werden. Jedoch werden aufgrund Hardwarebeschränkungen nur Drehungen von 0, 90, 180, 270 Grad unterstützt.

Horizontal spiegeln
〉raspistill || raspivid -hf || --hflip

Spiegelt das Bild entlang der horizontalen Achse. Das Bild oder das Video ist spiegelverkehrt.

Vertikal spiegeln
〉raspistill || raspivid -vf || --vflip

Spiegelt das Bild entlang der vertikalen Achse. Das Bild oder das Video steht Kopf.

Bildschärfe
〉raspistill || raspivid -sh x (-100 bis 100) || --sharpness x (-100 bis 100)

Verändert die Schärfe der Aufnahme. Voreingestellt ist der Wert 0.

Helligkeit
〉raspistill || raspivid -br x (0 bis 100) || --brightness x (0 bis 100)

Verändert die Helligkeit des Bildes. Voreingestellt ist der Wert 50. Der Wert 0 ist Schwarz. 100 ist Weiß.

Kontrast
〉raspistill || raspivid -co x (-100 bis 100) || --contrast x (-100 bis 100)

Verändert den Kontrast des Bildes. Voreingestellt ist der Wert 0.

Sättigung
〉raspistill || raspivid -sa x (-100 bis 100) || --saturation x (-100 bis 100)

Verändert die Sättigung, also die Farbintensität der Aufnahme. Voreingestellt ist der Wert 0. Der Wert -100 gibt ein graustufiges Bild/ Video aus.

Belichtungskorrektur
〉raspistill || raspivid -ev x (-10 bis 10) || --ev x (-10 bis 10)

Verändert die Belichtungskorrektur der Aufnahme. Voreingestellt ist der Wert 0.

Lichtempfindlichkeit ISO-Wert 〉raspistill || raspivid -ISO x (100 bis 800) || - -ISO x (100 bis 800)

Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Fotosensors. Je geringer der ISO-Wert, desto dunkler die Aufnahme.

Effekte / Filter
〉raspistill || raspivid -ifx x (Effektbezeichnung) || --imxfx x (Effektbezeichnung)

Der Befehl legt einen Effekt über das Bild.

Folgende Effekte sind möglich:

negative (negative Bilddarstellung), solarise (farbige Solarisation), sketch (Buntstiftzeichnung), denoise (Rauschunterdrückung), emboss (Prägung – grau/silber), oilpaint (Ölgemäldeoptik), hatch (Schraffur Skizzeneffekt), gpen (Graphit Skizzeneffekt), pastel (Pastelgemäldeoptik), watercolour (Wasserfarbengemälde), film (Filmoptik – leichtes Bildrauschen), blur (Weichzeichner), saturation (Farbsättigung des Bildes), colourswap (Blaustich), washedout (verblasstes/ ausgewaschenes Bild), posterise (graustufige Posteroptik mit Farbakzenten), cartoon (Trickfilmzeichnung).

Parameter speziell für raspistill

Bildauslösung mittels Eingabetaste
〉raspistill -k || --keypress

Mit dem Keypress-Parameter bei raspistill, kann ein Foto durch die Betätigung der ENTER-Taste aufgenommen werden, unter Berücksichtigung des gewählten Timeout-Wertes. Abgebrochen werden, kann der Prozess durch die Tastenkombination Strg. + c oder durch x + ENTER. Die Speicherung der Bildreihe erfolgt durch den Suffix %04d am Bildnamen, wie oben im Speichern-Parameter beschrieben. Die Zahl im Suffix beschreibt die Anzahl der Nullen. Ein Beispiel hierfür ist: raspistill -k -t 10000 -o Bilder/Keypress%02d.jpg.

Bildqualität〉raspistill -q x (0 bis 100) || - -quality x (0 bis 100)

Mit -q bzw. – -quality kannst du die Qualität des Bildes einstellen. Aber Achtung: Die Qualität hat Auswirkung auf die Dateigröße. Eine Bildqualität von 100 ist fast vollständig unkomprimiert, die Bilder benötigen somit sehr viel Speicherplatz. Der Standardwert liegt bei 35.

Bild-Rohdaten erzeugen
〉raspistill -r || --raw

Diese Option fügt die Rohdaten des Bayer-Sensors von der Kamera in die JPEG-Metadaten ein.

Timelapse-Modus〉raspistill -tl x (in ms) || --timelaps x (in ms)

Bei diesem Parameter wird in einem angegeben Intervall in x Millisekunden eine Aufnahme gemacht. Hier muss beachtet werden, dass der Suffix %02d am Dateinamen angehangen wird. Bei dem Beispiel raspistill -t 6000 -tl 600 -o Bilder/Timelapse_%04d.jpg wird aller 600ms ein Bild aufgenommen und abgelegt als: Timelapse_0000.jpg, Timelapse_0001.jpg, Timelapse_0002.jpg, … Timelapse_0010.jpg. Der Wert sollte über 500ms liegen, da es sonst zu Verzögerungen in der Aufnahme kommt. Das LXTerminal weist auf diese Verzögerung hin.

Parameter speziell für raspivid

Bitrate des Videos
〉raspivid -b x (in bit/s) || --bitrate x (in bit/s)

Die Bitrate ist ein Indikator für die Videoqualität. Sie beschreibt die Datenmenge eines Videos. Die Änderung der Bitrate hat somit implizit eine Auswirkung auf die Dateigröße. Die Angabe im LXTerminal muss in Bits pro Sekunde erfolgen. Bei einer Bitrate von 10 Mbit/s muss der Parameter also „-b 10000000“ lauten. Die Maximale Bitrate beträgt 25 Mbit/s. Eine Bitrate über 17 Mbits/s zeigt bei einer Aufnahme in Full HD @ 30 fps aber keine merkliche Verbesserung. Dieser Wert ist auch als Standardwert hinterlegt.

Bilder pro Sekunde
〉raspivid -b x (in fps) || --fps x (in fps)

Passt die Bildrate an den vorgegeben Wert an. Die minimale Bildrate beträgt 2 fps, das Maximum 30 fps. Standard ist 30.

Zeitgesteuerter Wechsel zwischen Aufnahme und Pause
〉raspivid -td xan, xaus (in ms) || --timed xan, xaus (in ms)

Diese Option ermöglicht es, ein Video zu Pausieren und in bestimmten Zeitabständen neu zu starten. Dazu sind zwei Werte erforderlich: Der erste Wert ist die Einschaltzeit. Das ist die Zeitdauer in der das Video aufgenommen wird. Der zweite Wert, die Ausschaltzeit, ist die Dauer, für die das Video pausiert wird. Die Angabe erfolgt, wie immer, in Millisekunden. Die Gesamtzeit der Aufzeichnung kann durch die Timeout-Option begrenzt werden. Beispiel: raspivid -td 4000, 2000 -t 20000 -o Videos/timed.h264. Ausgegeben wird dann ein Video, bei denen die Ausschaltzeiten herausgeschnitten sind.

Manueller Wechsel zwischen Aufnahme und Pause
〉raspivid -k || --keypress

Bei jedem Drücken der Eingabetaste wird die Aufzeichnung angehalten oder neu gestartet. Nach Eingabe des Befehls wird sofort mit einer Aufnahme gestartet. Durch Drücken von x+Enter oder Strg+c wird die Aufzeichnung gestoppt und die Anwendung geschlossen. Wird mit -t eine Timeout-Wert festgelegt, wird die Anwendung angehalten, sobald du außerhalb des Zeitfenster die Wiedergabe mit ENTER zu starten beabsichtigst.

Aktivieren des Bildstabilisators
〉raspivid -vs || --vstab

Der Parameter schaltet die Videostabilisierung ein. Standardmäßig ist diese Funktion deaktiviert.

Technische Dokumentationen

Electreeks Raspberry Pi Kamera 75,7° Objektiv

04_19_E-RS001_datasheet_v4_1_de

Electreeks Raspberry Pi Kamera 130° Weitwinkelobjektiv (Fisheye)

04_19_E-RS005_datasheet_v2_1_de