Nistkasten Kamera Bauanleitung – Kamera für Vogelhaus mit Raspberry Pi selber bauen

In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du mit einem Raspberry Pi und einer Electreeks Raspberry Pi Kamera eine eigene kleine Nistkasten-Kamera selber bauen kannst.

Einleitung

Jedes Jahr ab März beginnen sich Vogelfreunde auf die kommende Brutsaison zu freuen. Nistkästen bieten den munteren Tierchen oft eine gemütliche Unterkunft für Ihre Brut.

Wie schön wäre es denn, wenn man bei der Aufzucht der kleinen live dabei sein kann, ohne die Vögel selbst zu stören? Die Antwort ist: Mit einer kleine kompakten Nachtsicht-Kamera für den Nistkasten.

In diesem Tutorial zeigen wir dir, wie du mit einem Raspberry Pi und einer RPi Kamera eine eigene kleine Vogelhaus-Überwachungskamera bauen kannst. Wir erklären dir was es alles benötigt und wie du den Raspberry mit einer passenden Software ausstattest. Und das alles zu einem erschwinglichen Preis und aus eigener Hand.

Tipp:

Brutzeiten einiger Vogelarten.

Blaumeise April – Juni
Kohlmeise April – Juli
Zaunkönig April – August
Rotkehlchen April – Juli
Mauersegler Mai – Juli
Hausschwalbe April – Juni
Haussperling März – Juni
Buntspecht Februar – Juni

To-Do Vogelhaus-Überwachungskamera Überblick:

  1. Equipment bestellen (Nistkasten, Rasberry Pi, Kamera, Gehäuse, Netzteil, SD-Karte)
  2. MotionEyeOS installieren & Netzwerk einrichten
  3. Raspi, Kamera und MotionEye testen und Kamera scharf stellen
  4. Equipment in Nistkasten einbauen
  5. Nistkasten montieren
  6. Testen & Softwareeinstellungen vornehmen
  7. Sich den schönen Dingen des Lebens erfreuen

Equipment

Folgendes Equipment benötigst du, um loslegen zu können:

 

  • Ganz klar – Einen Nistkasten:

Wir empfehlen einen zugängigen Brutkasten, der mit einem Scharnier am Nistkasten-Dach oder einer der Wänd ausgestattet ist. Das ermöglicht leichtes Arbeiten, ohne den Kasten demontieren zu müssen.

Des Weiteren sollte er über einen ausreichend großen Innenraum verfügen.

 

Die Mindest-Innenmaße sollten wie folgt sein:

Breite: 11 cm

Tiefe: 12 cm

Höhe: 20 cm

Die Einflugöffnung ist optimalerweise mindestens 8 cm unter dem Dach.

Alles was kleiner als diese Maße sind, wird ganz schöne Fingerarbeit.

 

Schwalbenkästen und ähnliche offene Konstruktionen gehen natürlich auch. Stellt nur sicher, dass diese überdacht sind und ihr den Raspberry Pi sowie die Kamera in einem Gehäuse verbaut, um sie vor Witterung zu schützen.

Bitte: Nehmt die Arbeiten vor der Brutsaison vor. Fangt nicht an eine Kamera in oder an einen besetzten Brutkasten zu montieren. Das würde die Vögel nur unnötig stören.

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Innerhalb des Nistkastens macht sich das Modell mit 175° Objektiv [Korrektur 03.04.21] am besten. Dank des manuellen Fokus kann man es auf seine Umgebung angepasst scharf stellen. Auch kleine Distanzen bis zu 1 cm Entfernung bekommt man so gut aufs Bild, wo der automatische Fokus bereits schlapp machen würde.

Wer beabsichtigt, den Raspberry Pi außerhalb zu Platzieren, der sollte noch ein längeres Flachbandkabel in Erwägung ziehen.

Das Gehäuse ist perfekt, um die Kamera richtig auszurichten und zu schützen. Zur Not geht es auch ohne Fuß, sollte es der Platz nicht hergeben.

 

Ein 3b oder höher ist empfehlenswert, um ein dauerhaftes Livestreaming rechentechnisch stemmen zu können. Weiterhin bringen diese Modelle WiFi on Board mit.

5V DC. 3A Ausgangsstrom empfehlen wir. Bitte bedenkt: Ein Raspberry Pi 3 benötigt ein Netzteil mit Micro-USB. Ein Raspberry Pi 4 hingegen eines mit USB-C.

 

Zur Installation der Überwachungssoftware. Wenn ihr viele tolle Vogelbilder und -videos abspeichern wollt, sollte diese großzügig genug dimensioniert sein. Mit 32 GB kommt man schon weit.

Installation der Software

Über das Thema fliegen wir etwas drüber, da wir bereits ausführliche Anleitungen dafür zur Verfügung gestellt haben.
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Als Software empfehlen wir ganz klar MotionEyeOS. Dabei handelt es sich um ein vollwertiges Überwachungs-Betriebssystem. Es stellt ein Livestream zur Verfügung, der über den Browser eures PCs aufgerufen werden kann. Genauso wie viele Funktionen zur erkennungsgesteuerten Bild- und Videoaufnahme.

 

Hier geht es zu den Anleitungen:

MotionEyeOS installieren

MotionEyeOS – alle wichtigen Funktionen erklärt

 

Anmerkung – Netzwerk sicherstellen:

Eine Bedingung gibt es noch, die sicherlich nicht in jedem Garten per se vorhanden ist: Ein Heimnetzwerk. Sollte sich der Nistkasten in Nähe der Wohnung oder des Hauses befinden, bei dem man WLAN und Internetzugang hat umso besser. Im Zweifel kann man das Signal noch mit einem WIFI-Repeater verstärken, damit es auch bis draußen reicht. Es gibt auch Geräte, die das Signal durch das Stromnetz verteilen und dann ein neues Netzwerk an anderer Stelle aufbauen. Hier muss dann nur bei der Konfiguration des wpa_supplicant.conf darauf geachtet werden, dass die WLAN-Daten im replizierten Netzwerks möglicherweise andere sind.

Im Kleingarten mag das Ganze etwas komplizierter sein, wenn kein Internet vorhanden ist. Hier bleibt nicht viel übrig außer mit Ethernet (also per Netzwerkkabel) zuzugreifen (auch hier gilt wieder: Kabel vor der Brutzeit ziehen) oder ein WLAN Netzwerk aufzubauen.

Du möchtest auch von der Ferne aus dem Internet auf des Kamera-Bild zugreifen? Auch dafür haben wir eine kleine Anleitung geschrieben.

Einbau Kamera, Raspberry Pi in Nistkasten

Die SD-Karte ist soweit vorbereitet.

Steck diese nun in den dafür vorgesehenen Slot an der Unterseite des Raspberry Pi wenn nicht bereits geschehen und starte den Pi einmal initial, um zu sehen, ob alles klappt.

Am besten gleich mit der Kamera, damit wir diese schon vorab etwas justieren können.

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Abb.: SD-Karten Slot

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Abb.: Kamera-Port auf Raspberry Pi. Auf die richtige Einsteckposition und den richtigen Sockel achten.

Wenn du einen Monitor parat hast, schließ ihn mit an, um zu sehen ob der Bootvorgang ordnungsgemäß durchläuft.

 

Ruf nun am Browser deines Computers in der Browserzeile die IP des Raspberry ein, sowie in der MotionEye Anleitung beschrieben. Hat alles funktioniert muss jetzt das Vorschaubild der Kamera zu sehen sein.

 

Nimm dir erst einmal etwas Zeit, um die Kamera vorn am Objektiv auf die gewünschte Entfernung scharf zu stellen (bei Weitwinkelobjektiv erst nach Einbau in Gehäuse) und um dich etwas mit der Software vertraut zu machen. An den Infrarotplatinen kannst du optional mittels der kleinen Potentiometer die maximale Intensität einstellen. Da es im Nistkasten sehr beengend ist, müssen die LEDs nicht so hell leuchten.

Installationsanleitung Kamera

Tipp:

Da die Nachtsicht der Kamera durch die Aufnahme von infrarotem Licht gewährleistet wird, sorgen die Infrarot-LED wiederum dafür, dass die Kamera nachts sehen kann. Daher ist das Bild auch grau-rötlich.

Infrarotes Licht kommt im elektromagnetischen Spektrum dem roten Licht sehr nahe. Deshalb schimmern die LEDs auch etwas rot.

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Abb.: Mauersegler Nachwuchs. Gefilmt mit einer Electreeks Kamera und freundlicherweise zur Verfügung gestellt von einem Mauerseglerfreund.

Wusstest du:

Vögel sehen mehr als Menschen. Wobei unsere Augen nur die Farben Rot, Grün und Blau aufnehmen, können Vögel zusätzlich im ultravioletten Spektrum des Lichts sehen. Infrarotes Licht können weder Menschen noch Vögel sehen. Das rote Schimmern der LED hindert sie übrigens nicht daran, ihrer Bruttätigkeit nachzugehen. Im Gegenteil. Infrarotes Licht macht sich als Wärmestrahlung bemerkbar. Das Hotel wird also noch ein kleines bisschen beheizt.

Einbau in den Nistkasten

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Abb.: Der geringe Platz sollte die Vögel nicht daran hindern einzufliegen.

Setz die Kamera in das Kamera-Gehäuse. Hast du dich doch für das Modell mit Weitwinkelobjektiv entschieden, musst du dieses vorher herausdrehen und anschließend wieder scharfstellen.

Im Fuß des Gehäuses findest du zwei eingelassene Langlöcher. Damit kannst du das Gehäuse an die Decke des Nistkastens schrauben. Vorher aber die M4-Mutter in die vorgesehene Vertiefung einbringen.

Ich habe einfach davor den Raspberry montiert und angeschlossen. Zum Durchführen des Netzteil-Kabels, habe ich ein kleines Loch gebohrt.

Nun kann man mittels der M4 Schraube, den Rest des Gehäuses mit dem Fuß verbinden.

Einstellen der Software-Parameter

Die Sektionen „Still Images“, „Movies“ und „Motion Detection“ im MotionEye bieten alles, was man zur Einstellung der Bild- und Videospeicherung benötigt.

Stellt diese am besten auf „Motion Triggered“, damit ensprechend nur aufgenommen wird, wenn Bewegungen erkannt werden. Das spart Speicher.

Mit der „Frame Change Treshold“ kann den Schwellwert festlegen, wie bunt das Treiben sein muss, damit die Kamera beginnt zu filmen.

Ein höher Wert kann zum Beispiel bewirken, dass die Kamera nur filmt, wenn die Elterntiere gerade mit Futter einkehren.

 

Den Bild- und Videobrowser findet ihr durch einen Klick auf das Vorschaubild klickt auf der oberen rechten Ecke.

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Unten rechts könnt Ihr übrigens einen Schnappschuss aufnehmen.

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Abschließende Tests und Endmontage

Zu guter Letzt den Nistkasten an seine finale Position bringen, den Raspberry noch an den Strom anstecken und testen.

Tipp:

Für Engagierte, die den Raspberry und die Kamera mit einem Akku betreiben möchten, hier ein paar Eckdaten:

Kamera: 3,3 V DC – max. 300 mA

IR-LED: 3,3 V DC – 200 mA bis max. 900 mA je LED

Raspberry Pi 3: 5V DC bis zu 3 Watt

Funktioniert die Verbindung? Ist das Bild genügend scharf gestellt und klar? Funktioniert die Bewegungserkennung? Werden Bilder und Videos ordentlich abgelegt?

Ist alles getestet kann es losgehen. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, die Daumen zu drücken und zu hoffen, dass bald jemand einzieht.

Viel Spaß beim Nachbauen! 🙂

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