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Kamera-Betriebssystem motionEyeOS installieren

Baue einen Raspberry Pi Webcam Server in wenigen Minuten mit dem Betriebssystem motionEyeOS.

Einleitung

Die vermutlich benutzerfreundlichste Möglichkeit aus dem Raspberry Pi ein Video-Überwachungssystem zu bauen ist es, das speziell für diesen Einsatzzweck entwickelte Betriebssystem motionEyeOS zu nutzen.

Das abgespeckte Betriebssystem ermöglicht es mit sehr wenig Konfigurationsaufwand mehrere Kameras zu steuern und beinhaltet eine Vielzahl an Einstellungs- und Funktionsmöglichkeiten.

Die Distribution wird komplett über den Web-Browser deines PCs gesteuert. Es werden keine Zusatzprogramme benötigt.

Folgend findest du eine Auflistung der wichtigsten Funktionen:

      • Automatische Aufnahme von Videos und Fotos und speichern dieser auf SD Karte, USB Stick/Laufwerk, Netzwerkfreigaben und Cloudspeichern (Google Drive, Dropbox).
      • Benutzerfreundliche Bedienung über den Webbrowser (auch über Handy und Tablet).
      • Einfache Einrichtung von E-Mail Benachrichtigung.
      • Bewegungserkennung
      • Zeitschaltfunktion
      • Zeitraffer-Funktion
      • Anzeige von mehreren Kamerabildern auf der Weboberfläche.
      • Vorinstallierter FTP1 und Samba Server2 sowie SSH-Zugang3

1 Das „File Transfer Protocol“ ermöglicht es, Daten zwischen verschiedenen PCs und Servern auszutauschen.

2 Als Samba Server werden solche Server bezeichnet, die auf die freie Software-Suite Samba zurückgreifen. Diese Software ermöglicht es Datei- und Druckdienste unter anderen Betriebssystemen zu nutzen.

3 Mit SSH lässt sich eine verschlüsselte Netzwerkverbindung zu einem entfernten Gerät herstellen. Häufig wird diese Methode verwendet, um Befehle an die Konsole des entfernten Computer zu senden.

Erste Schritte

Ein großer Vorteil von motionEyeOS ist die vergleichsweise einfache Einrichtung und Installation.

Alles was du brauchst um mit motionEyeOS zu beginnen, ist ein Raspberry Pi mit Netzteil, eine Mirco SD Karte und eine Electreeks Raspberry Pi Kamera.

Nähere Infos zu den Komponenten und zur Inbetriebnahme deiner Kamera, findest du in unserer detaillierten Anleitung zur Raspberry Pi Kamera.

Weiterhin benötigst du zur erstmaligen Inbetriebnahme ein Ethernet-Kabel für die Verbindung zum Router. Es besteht aber auch die Möglichkeit das WiFi vor dem Booten des Betriebssystems konfigurieren. Wie das geht, erklären wir weiter unten – doch zuerst muss motionEyeOS auf deiner SD-Karte installiert werden.

Installation von motionEyeOS

1. An erster Stelle, muss die SD-Karte im Dateiformat FAT/FAT32 formatiert werden. Das funktioniert am besten mit dem Programm SD Card Formatter. Hier findest du eine Anleitung dazu.

2. Lade das aktuelle Image von MotionEyeOS auf der offiziellen github-Seite herunter. Klicke hier, um auf die Seite zu gelangen.
Auf der github-Seite kannst du Images für verschiedene Einplatinencomputer downloaden. Wähle dabei das, mit deinem Raspberry Pi Modell kompatiblen Image aus. Für den Raspberry Pi Zero musst du beispielsweise das Image “motioneyeos-raspberrypi-20xxxxxx.img.gz” verwenden.

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3. Anschließend musst du die heruntergeladene Datei noch entpacken. Die Dateiendung sollte nach dem Entpacken *.img besitzen, da es sonst zu Fehlern beim Überspielen auf die SD-Karte kommt.

4. Nun muss die Image-Datei noch auf die Mirco-SD-Karte gebrannt werden. Beachte, dass das einfache Entpacken und Kopieren auf die SD-Karte nicht funktioniert, da das Betriebssystem einen separaten Bootsektor erstellen muss.

Diese Schritte wurden von uns für das gängige Raspberry Pi Betriebssystem Raspbian an andere Stelle genau beschrieben, ist aber ebenfalls gültig für alle anderen Betriebssysteme.
Unter den folgenden Links findest du, je nach Betriebssystem deines PCs, die genau Anleitung für diesen Schritt:

Optional: Vorkonfiguration WLAN

Die WLAN-Einstellungen können vor dem Start des Betriebssystems auf der SD-Karte konfiguriert werden. Dies ist besonders nützlich, wenn du kein extra Ethernet-Kabel zum Router ziehen möchtest, oder du den Raspberry Pi Zero nutzen möchtest, der keinen Ethernet-Anschluss besitzt.

Der Raspberry Pi 3 (und höher) und Zero W besitzt einen integrierten Funkchip mit WLAN. Bei allen anderen Modellen benötigst du einen zusätzlichen WLAN-Stick.

Geh wie folgt vor, um die Vorkonfiguration des WLANs vorzunehmen:

1. Öffne ein Textverarbeitungs-Programm deiner Wahl und erstelle ein neues Dokument.

2. Kopier folgenden Inhalt in die Datei:

Ersetze ‘DeinWlanName’ und ‘DeinWlanPasswort’ mit den Zugangsdaten deines WLANs.

Beachte: Die Anführungszeichen müssen stehen bleiben!

Wenn du mehrere WLAN-Zugänge konfigurieren möchtest, kopier die Zeilen 4-8 und füg sie darunter, mit den Zugangsdaten des zweiten Netzwerkes, wieder ein.

3. Speicher die Datei im Hauptverzeichnis der vorbereiteten SD-Karte mit der Dateiendung *.txt ab. (Der Dateiname ist egal, da dieser im Anschluss noch geändert wird)

4. Öffne den Explorer und navigiert dich zum Laufwerk mit deiner SD-Karte.

5. Da es mit den meisten Textverarbeitungs-Programmen nicht möglich ist die Datei im richtigen Format zu speichern, muss die Datei nun noch umbenannt werden. Der neue Dateiname muss wpa_supplicant.conf sein (ohne .txt am Ende, da .conf die neue Dateiendung sein soll). 

6. Mirco-SD Karte sicher entfernen.

Der Raspberry Pi wird sich nun beim Bootvorgang mit dem WLAN verbinden.

Einige Hinweise hierzu:

Beim Umbenennen des Dateitypen, kann es nicht selten vorkommen, dass Leerzeichen und Zeilenumbrüche verschoben oder entfernt werden. Schau dir diese Datei deshalb am besten nach dem Umbenennen noch einmal mit einem Programmiereditor an und gehe sicher, dass es die Form wie oben dargestellt besitzt.

In Windows kann man auf dieses Prozedere auch ganz verzichten und die Datei im Editor erstellen und beschreiben und dann gleich unter dem finalen Namen auf die SD-Karte speichern.

Haben sich Fehler in der Datei eingeschlichen, kann es vorkommen, dass das System die wpa_supplicant beim Booten löscht. Dann muss sie neu erstellt werden.

Wir empfehlen beim ersten Start, einen Display an den Pi anzuschließen. So findest du nützliche Hinweise (wie z.B. Fehler), wenn das System hochfährt.

Inbetriebnahme

Nachdem das Betriebssystem installiert wurde und die Netzwerkeinstellungen vorgenommen wurden, kann die SD-Karte eingesteckt werden und der Pi an die Spannungsversorgung angeschlossen werden.

Der erste Bootvorgang kann wenige Minuten dauern, da sich das neue Betriebssystem initialisieren muss.

Damit du über deinen Web-Browser auf motionEyeOS zuzugreifen kannst, musst du noch die IP-Adresse des Raspberry Pi heraus finden.

Dazu gibt es u.a. folgende Möglichkeiten:

1. Schau im Web-Interface deines Routers nach den mit dem Netzwerk verbunden Geräten und lass dir die IP-Adresse des RasPi anzeigen.

2. Verbinde dem Raspberry Pi mit einem Monitor. Beim Startvorgang von motionEyeOS wird die IP-Adresse angezeigt.

3. Gib in den Befehl arp -a | grep “b8:27:eb” in die Kommandokonsole bzw. das Terminal ein. Das Kommando gibt alle IP-Adressen aus, die einer Hardware-Adresse eines Raspberry Pi zugeordnet sind.

Wenn du die IP-Adresse heraus gefunden hast, gib diese in die Adresszeile deines Browser ein.

Nach dem Start landest du direkt im Interface von motionEyeOS. Falls du bereits eine Kamera angeschlossen hast, bekommst du direkt ein Live-Bild angezeigt.

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Über den Dropdown-Button in der linken oberen Ecke lässt sich das Menü aufrufen. Damit alle Einstellungen angezeigt werden, muss man jedoch als Administrator angemeldet sein.

Meldet euch als Administrator an, indem ihr auf das Login-Symbol klickt. Die Standard Login Daten sind:

  • Username: admin
  • Passwort: leer
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Weiterhin ist es sinnvoll die erweiterten Einstellungen “Advanced Settings” zu aktivieren, um auf den vollen Funktionsumfang des Interfaces zugreifen zu können. Klickt dazu auf den im Bild markierten Button in eurem Menü.

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In dem sehr übersichtlich Menü kannst du deine Raspberry Pi Kamera nun an deine Bedürfnisse anpassen und eine Vielzahl von Einstellungen vornehmen. 

Probier dich aus und teste die Vielzahl an Features und Einstellungsmöglichkeiten bei deinem nächsten Projekt.

Viel Spaß dabei 🙂

1 Kommentar

  1. Ist eine TOLLE Software und ich habe im Internet sehr gute Ip-Cams gefunden die sehr Preiswert sind und gut funktionieren. Betreibe zwei Cams mit einem Raspi 3 und das schon seit einigen Jahren. Wenn jemand mehr erfahren möchte dann schreibt bitte ein Mail.

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